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Daten und Fakten über die Grundlage allen Lebens

LEBENSGRUNDLAGE: KEIN WASSER, KEIN WIR
Wasser ist von entscheidender Bedeutung für alles Leben auf der Erde. Doch Übernutzung, Verschmutzung und die Klimakrise gefährden die Wasservorräte weltweit – mit weitreichenden Folgen für die Ökosysteme und uns Menschen. Um Krisen abzuwenden, braucht es eine nachhaltige Gestaltung von Wasserbewirtschaftung. Der WASSERATLAS 2025 ist ein Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND), der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 und dem Naturschutzbund Österreich.
Mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt, doch das war nicht immer der Fall. In ihrer Entstehungszeit gleicht die Erde einem Feuerball: Einen großen Teil ihres Wassers erhält sie vermutlich erst – so lautet eine der zentralen Hypothesen – als vor etwa 4 Milliarden Jahren Kometen und Asteroide auf der Erde einschlagen. Die Himmelskörper aus entfernten, kühleren Winkeln des Sonnensystems bestehen großenteils aus Eis, das angesichts der enormen Hitze umgehend in der Atmosphäre verdampft. Als sich die Temperaturen im Laufe der Zeit nach und nach abkühlen, prasselt das Wasser als Sturzregen über Jahrtausende auf die Erde zurück. Und überflutet sie: In den Tiefen des entstehenden Urozeans wird schließlich das Leben seinen Anfang nehmen.
Heute befinden sich 97,1 Prozent des gesamten Wasservolumens der Erde als Salzwasser überwiegend in den Ozeanen. Der Rest ist Süßwasser, das zu 99,7 Prozent quasi permanent in Eiskörpern und tiefen Grundwasserschichten gebunden ist.
Die übrigen 0,3 Prozent Süßwasser – etwa 120.000 Kubikkilometer – zirkulieren im Laufe eines Jahres zwischen Meer und Land; ober- und unterirdisch, in flüssigem, festem oder gasförmigem Aggregatzustand. Alles in allem ein perfekter Kreislauf: Letztlich fließt dieselbe Menge, die in der Atmosphäre vom Meer zum Land weht, wieder zum Meer hin ab.
Vor allem wegen der komplexen atmosphärischen Zirkulationsmuster ist das Süßwasser an Land räumlich und zeitlich sehr ungleich verteilt. In den Subtropen sowie während Trockenperioden ist tendenziell weniger Süßwasser verfügbar, während sich in den inneren Tropen ein höherer Wasserstand verzeichnen lässt.
Durch menschlichen Eingriff ist der Wasserkreislauf tiefgreifenden Veränderungen ausgesetzt. In vielen Regionen der Erde werden die Wasservorräte übernutzt oder verunreinigt.
Darunter leiden Ökosysteme genauso wie Landwirtschaft, Industrie und Haushalte, die dadurch schwerer mit Wasser versorgt werden können. Auf der ganzen Welt finden sich Beispiele für dramatische Entwicklungen. So sind in Pakistan, Nordindien oder Teilen der USA die Grundwasserspiegel durch Übernutzung drastisch gesunken. In fast allen Gebirgen schmelzen die Gletscher infolge der globalen Erwärmung: Verheerend sind die Folgen für Ökosysteme und Gesellschaften flussabwärts, die von der zunächst ansteigenden, später sinkenden Zulieferung von Fluss- und Schmelzwasser betroffen sind. Die Biodiversität in und an Gewässern sinkt so rapide, dass bereits ein Viertel aller erfassten Süßwasserfischarten vom Aussterben bedroht sind.
Dokumentation und Schlussredaktion: Andreas Kaizik, Sandra Thiele (Planet Neun, Berlin)
Mit Originalbeiträgen von Andrés Ángel, Elena Alter, Viktoria Auer, Helmut Burtscher-Schaden, Christine Decker, Inka Dewitz, Petra Dobner, Dieter Gerten, Dženeta Hodžić, Daniela Jacob, Theresa Jedd, Annette Jensen, Annika Joeres, Kristin Jürkenbeck, Linda Kahl, Isabell Klawonn, Meike Kleinwächter, Annette Kraus, Werner Lazowski, Dominik Linhard, Verena Maleska, Patrick Müller, Leonie Netter, André Prescher-Spiridon, Christine Pühringer, Friederike Rohde, Ute Scheub, Susanne Schmeier, Maureen Schulze, Stefan Schwarzer, Felicitas Sommer, Achim Spiller, Nora Stognief, Johanna Sydow, Katharina Thelosen, Henry Tünte, Laura von Vittorelli, Anoosh Sophie Werner, Tobias Witte, Anna-Katharina Wöbse, Anke Zühldorf.
Dieses Werk steht unter der Creative-Commons-Lizenz „Namensnennung 4.0 international“ (CC BY 4.0). Der Text der Lizenz ist unter https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/legalcode abrufbar.
Eine Zusammenfassung (kein Ersatz) ist unter https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/deed.de nachzulesen.
Sie können die einzelnen Infografiken dieses Atlas für eigene Zwecke nutzen, wenn der Urhebernachweis „Wasseratlas, Eimermacher/stockmarpluswalter, CC BY 4.0“ in der Nähe der Grafik steht (bei Bearbeitungen: Wasseratlas, Eimermacher/stockmarpluswalter (M), CC BY 4.0.).
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